ÖBVP - Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie

Coronavirus - Informationen für Psychotherapeutinnen

Stand: 15.09.2021

Der ÖBVP weist alle KollegInnen auf Folgendes hin:

  • Alle psychotherapeutischen Behandlungen, die notwendigerweise via Internet oder Telefon nach den Regeln durchgeführt werden, die für die Standard-Psychotherapie in den Praxen gültig sind, werden in gleicher Form von den meisten Krankenkassen honoriert, als wenn diese Therapien in den Praxen durchgeführt worden wären.
    Diese Zusage gilt für die Zeit der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie und stellt natürlich für die Zeit danach kein Präjudiz dar.
     
  • Grundsätzlich sind Sie nicht zu einer Schließung Ihrer psychotherapeutischen Praxis per Verordnung verpflichtet. Um aber eine weitere und vor allem schnellere Verbreitung des Coronavirus zu vermeiden und damit die Bevölkerung bestmöglich geschützt wird, sollten Sie möglichst auf Telearbeit (Telefon, Internet, Videotelefonie) umsteigen!
     
  • Die maßgeblichen Handlungsempfehlungen im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus des Gesundheitsministeriums (BMSGPK) zu beachten!
    BMSGPK-Fachinformationen für den Gesundheitsbereich

    Handlungsempfehlungen für niedergelassene nichtärztliche Gesundheitsberufe (11.05.2021, PDF)
     
  • Psychotherapie fällt grundsätzlich unter Gesundheitsdienstleistungen, die trotz etwaiger Ausgangsbeschränkungen (diverse COVID-19-Schutzmaßnahmenverordnungen) in Anspruch genommen werden können.
     
  • Der politische Impffahrplan sieht vor, dass Personen in kritischer Infrastruktur (worunter die Berufsgruppe der PsychotherapeutInnen fällt - siehe Phase 2) im Zeitraum Februar bis April 2021 geimpft werden sollen. Der tatsächliche Zeitpunkt der Corona-Schutzimpfungen für PsychotherapeutInnen hängt vom jeweiligen Bundesland ab, da die Durchführung auf Bundesländerebene organisiert wird. Nutzen Sie die jeweilige Online-Impfplattform Ihres Bundeslands zur Vorregistrierung. Ihr Landesverband informiert über die konkrete Umsetzung in Ihrem Bundesland.
     
  • Verfolgen Sie die Meldungen in den Medien, um die Anordnungen der Bundesregierung zum Thema Schutz vor Verbreitung des Coronavirus in Ihrer persönlichen Verantwortung zu befolgen und umzusetzen!
    BMSGPK-Website: Coronavirus - Aktuelle Maßnahmen
    BMSGPK-Website: Coronavirus - Rechtliches
     
  • Information des ÖBVP zur 8. Novelle zur 2. COVID-19-Öffnungsverordnung sowie zur 1. Novelle zur 2. COVID-19-Maßnahmenverordnung (Außerkrafttreten mit 31. Oktober 2021)
    Infografik zu Gesundheitsdienstleistungen und sonstigen Dienstleistungen (PDF)

Psychotherapie über Internet/Telefon

Dem ÖBVP ist es gelungen bei den meisten Krankenkassen folgende Regelungen für die Zeit der Coronakrise zu erwirken:

"Alle psychotherapeutischen Behandlungen, die notwendigerweise via Internet oder Telefon nach den Regeln durchgeführt werden, die für die Standard-Psychotherapie in den Praxen gültig sind, werden in gleicher Form honoriert, als wenn diese Therapien in den Praxen durchgeführt worden wären.

Diese Zusage gilt für die Zeit der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie und stellt natürlich für die Zeit danach kein Präjudiz dar."

Dies gilt bei:

  • ÖGK (Österreichische Gesundheitskasse)
  • BVAEB (Versicherungsanstalt Öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau)
  • SVS (Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen)
  • KFA (Krankenfürsorgeanstalt der Bediensteten der Stadt Wien)
  • KFG (Kranken- und Unfallfürsorge für oö. Gemeinden) bietet inzwischen diese Möglichkeit an.

Einsatz von Onlinediensten während der Coronaviruskrise

Basis der Nutzung von Onlinediensten in der Psychotherapie ist die Internetrichtlinie des Gesundheitsministeriums (PDF).

Wir ersuchen um Verständnis, dass der ÖBVP keine Empfehlung für eine bestimmte Technologie abgibt.

  • Voraussetzung für ein verantwortliches psychotherapeutisches Handeln via Internet ist die ausreichende Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Grenzen dieses Mediums.
  • Im Sinne der Dokumentations- und Aufklärungspflicht ist es wichtig, die KlientInnen/PatientInnen zu Beginn der Therapieeinheit über die eingeschränkten Möglichkeiten, die PsychotherapeutInnen in der Kommunikation via Internet haben, aufzuklären.
  • Wird ein unverschlüsselter oder unsicherer Datenübertragungsdienst gewählt, ist eine Aufklärung über das diesbezügliche Risiko eines Zugriffs durch Dritte und letztlich das Einverständnis der PatientIn zur weiteren Therapieeinheit unter den vorhandenen Rahmenbedingungen notwendig.
  • Für den Fall technischer Probleme, sollte man während der Einheit auch telefonisch erreichbar sein.
  • Über die übliche psychotherapeutische Dokumentationspflicht hinaus, sind auch besondere Fakten und die Umstände zum Online-Gespräch (fachliche Begründung der Notwendigkeit, gewählter Internetdienst, Aufklärung etc.) zu dokumentieren.
  • Artikel Onlineberatung und -therapie in Zeiten der Krise. Ein Überblick, Stefan Kühne & Gerhard Hintenberger (PDF)

Nach oben

Verhalten in der psychotherapeutischen Praxis

Einen Überblick über die aktuell geltenden COVID-19- Schutzmaßnahmen, die bei der Erbringung von Gesundheitsdienstleistungen zu beachten sind finden Sie in unserer erstellten ÖBVP-Infografik (PDF, Stand 15.09.2021).

Informationsaushang an der Praxistür

ÖBVP-Muster zum Aushang - 02. August 2021 (PDF)
Dies ist wichtig, damit PatientInnen mit akuten Symptomen die Praxis erst gar nicht betreten.

Hinweis! Das Infoblatt dürfen PsychotherapeutInnen nur an jene PatientInnen per E-Mail verschicken, die zuvor einer Kontaktaufnahme per E-Mail zugestimmt haben (die Datenschutzgrundverordnung ist durch die Corona-Krise NICHT außer Kraft gesetzt!)

In Ihrer Praxis

  • Infoblatt des BMSGPK zum Aufhängen in Ihrer Praxis
  • Fordern Sie Ihre PatientInnen auf, sich voranzumelden
  • Planen Sie ausreichenden zeitlichen Abstand zwischen den einzelnen Terminen ein - ein Aufeinandertreffen von PatientInnen in Ihrer Praxis soll vermieden werden
  • Verzichten Sie aufs Händeschütteln
  • Beachten Sie die gesetzlichen Vorgaben zu Abstand, Masken, Testpflicht und mögliche Ausnahmen - siehe obige ÖBVP-Infografik (PDF)
  • Stellen Sie für sich und PatientInnen Desinfektionsmittel bereit,
  • Lüften Sie Ihre Räumlichkeiten regelmäßig.

Hygienemaßnahmen

  • häufiges und gründliches Händewaschen,
  • Distanz zu anderen halten,
  • Gesicht nicht mit ungewaschenen Händen berühren,
  • beim Husten und Niesen die empfohlene Atemhygiene einhalten (Mund und Nase mit Ellenbogen oder Taschentuch bedeckt halten!)

24-Stunden-Hotline der AGES für Informationen: 0800 555 621

Auftreten einer Corona-Erkrankung oder eines Corona-Verdachtsfalls in Ihrer Praxis

Fragen zur Bekanntgabe von Kontaktpersonen im Zuge des Contact-Tracings bzw. den Status von PsychotherapeutInnen als versorgungskritisches Gesundheitspersonal beantwortet das Infoblatt des ÖBVP Was passiert, wenn eine Corona-Erkrankung oder ein Corona-Verdachtsfall in der psychotherapeutischen Praxis auftritt?, 01. Oktober 2020 (PDF)

Wenn die PsychotherapeutIn selbst Symptome zeigt

  • Sagen Sie die vereinbarten Termine mit Ihren PatientInnen ab
  • Bleiben Sie daheim und rufen Sie die Hotline 1450

Nach oben

Datenschutz in der psychotherapeutischen Praxis

Im Verhältnis zum Datenschutz (DSGVO etc.) und psychotherapeutischer Verschwiegenheitspflicht gelten in Bezug auf das Coronavirus (COVID-19) die öffentliche Gesundheitspflege, der Schutz von Leib und Leben anderer Personen etc. als höherwertige Interessen und wird daher eine Einschränkung des Datenschutzes und/oder ein Bruch der Verschwiegenheitspflicht im minimal notwendigen Ausmaß gerechtfertigt sein, wenn die Eindämmung des Coronavirus anders nicht erreicht werden kann.

PatientInnen sollten jedoch nicht als "PatientInnen" bezeichnet werden (Verschwiegenheitspflicht so weit als möglich wahren!), sondern nur als Personen, mit denen man eben Kontakt gehabt hatte.

ÖBVP-Infoblatt Coronavirus und Datenschutz in der psychotherapeutischen freien Praxis (PDF)

Nach oben

Absage von Psychotherapiestunden durch die PatientIn

Für den Fall, dass PatientInnen bereits vereinbarte Stunden wegen der Corona-Krise absagen, verweist der ÖBVP darauf, dass Kulanz-Lösungen der einzelnen PsychotherapeutIn obliegen. Grundsätzlich verweisen wir auf die im Berufskodex des BMSGPK publizierten Empfehlungen zur 48-Stunden-Absageregelung (Seite 8).
Bieten Sie den PatientInnen als Alternative Psychotherapie via Telefon oder Internet an!

Nach oben

Finanzielle Einbußen abfedern

Die sinnvollen, aber weit in unsere Berufsausübung und das Leben der Bevölkerung eingreifenden Verordnungen der Regierung verursachen für unsere KollegInnen in freien Praxen erhebliche finanzielle Einbußen.

Im Falle einer Betriebsunterbrechung der PsychotherapeutIn wegen Erkrankung oder Quarantänemaßnahmen sollten Sie folgende Maßnahmen in Erwägung ziehen:

  • PsychotherapeutInnen sollten die Haftung im Rahmen einer Betriebsunterbrechnungsversicherung individuell mit ihrer VersicherungsvertreterIn überprüfen, ob Ausfälle abgedeckt sind.
     
  • Härtefallfonds: Im Nationalrat wurde beschlossen, dass dass sämtliche Kleinstunternehmen und damit etwa auch freiberuflich tätige Gesundheitsdienstleister finanzielle Unterstützung beantragen können. Eine Wirtschaftskammermitgliedschaft ist nicht Voraussetzung.

Unter den antragsberechtigten Gruppen sind auch die PsychotherapeutInnen.
Laut Arbeitsministerium wird der Antrag auch für "Nicht WKO-Mitglieder" bei der WKO (Wirtschaftskammer) beantragt/abgewickelt.Weitere Erklärungen sind auf dieser Seite zu finden: https://www.wko.at/service/haertefall-fonds-epu-kleinunternehmen.html

Wir empfehlen Ihnen, sich für den Newsletter der WKO zu den Hilfsmaßnahmen anzumelden.

Anträge können unter wko.at/haertefall-fonds Mittel aus dem Härtefall-Fonds beantragt werden. Auf dieser Seite werden alle Informationen bereitgestellt, die Antragstellerinnen und Antragsteller benötigen.

Der Härtefall-Fonds geht in Phase 3: Ab 2. August und bis einschließlich 31. Oktober 2021 können Förderungen für bis zu drei Betrachtungszeiträume (Juli, August, September 2021) rückwirkend beantragt werden. Für die Antragstellung ist eine persönliche Handy-Signatur erforderlich.

  • Anspruch auf Vergütung des Verdienstentgangs bei behördlicher Absonderung durch Bescheid

Dazu die Website des BMSGPK: Bei einer behördlich angeordneten Absonderung aufgrund einer COVID-19-Infektion besteht für die Zeit der Absonderung Anspruch auf Vergütung des Verdienstentgangs nach § 32 Epidemiegesetz 1950.

Den Verdienstentgang können alle selbstständig und unselbstständig erwerbstätigen Personen geltend machen. Der entsprechende Antrag ist formlos unter Nachweis des erlittenen Verdienstentgangs bei der Bezirksverwaltungsbehörde (Gesundheitsamt) einzubringen.

Was Sie tun können, um finanzielle Einbußen abzufedern:

Nach oben

Mietzinszahlungen

Können psychotherapeutische Praxen die Miete aussetzen oder reduzieren, weil in der aktuellen Situation mangels Betrieb keine Nutzung möglich ist?

So lange Therapien nicht explizit in den Praxen untersagt sind, wird bis auf Weiteres allen PsychotherapeutInnen empfohlen, bei der Leistung von Mietzinszahlungen einen (am besten einschreibbrieflichen) Vorbehalt zu machen:

Ich/wir erkläre/n, dass wegen der Covid-19–Pandemie alle Mietzinszahlungen ohne Anerkenntnis und unter Vorbehalt der Rückforderung erfolgen.

Nach oben