ÖBVP - Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie

Rechtsinformationen

Die psychotherapeutische Berufstätigkeit ist in Österreich seit 01.01.1991 gesetzlich geregelt. Mit diesem Datum trat das Bundesgesetz über die Ausübung der Psychotherapie (Psychotherapiegesetz), BGBl. Nr. 361/1990, in Kraft. Psychotherapie ist seither ein unverzichtbarer Bestandteil des österreichischen Gesundheitswesens.

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) ist als Aufsichtsbehöre zuständig für den Bereich Psychotherapie und führt die Liste der berufsberechtigten PsychotherapeutInnen.

Die Rahmenbedingungen für die Ausübung des psychotherapeutischen Berufes werden grundsätzlich vom Bundesministerium für Gesundheit und vom Österreichischen Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) festgelegt. Auf der Website des BMG können wichtige Richtlinien und Informationen im Bereich der Psychotherapie abgerufen werden.

Psychotherapeutische Berufspflichten

Die psychotherapeutischen Berufspflichten sind grundsätzlich im Psychotherapiegesetz geregelt. Darüber hinaus sind auch die vom Psychotherapiebeirat des BMG erstellten Richtlinien zu beachten.

Der ÖBVP bietet seinen Mitgliedern im Rahmen des Mitgliederservices eine kostenlose Rechtsberatung zu berufsrechtlichen Fragestellungen an. Bitte übermitteln Sie Ihre Anfrage schriftlich an oebvp@psychotherapie.at.

Verschwiegenheit

Die Verschwiegenheitspflicht ist ein zentrales Element der Psychotherapie.

§ 15 des Psychotherapiegesetzes verpflichtet PsychotherapeutInnen sowie deren Hilfspersonen zur Verschwiegenheit über alle ihnen in Ausübung ihres Berufes anvertrauten oder bekannt gewordenen Geheimnisse. Die Verschwiegenheitspflicht besteht allgemein, somit grundsätzlich uneingeschränkt gegenüber jedweder Person oder Einrichtung außerhalb der KlientInnen/PatientInnen, also z.B. gegenüber Ehepartnern, sonstigen Familienangehörigen, staatlichen Dienststellen oder anderen Sozialeinrichtungen.

Die Verschwiegenheitspflicht der PsychotherapeutInnen ist somit wesentlich strenger gefasst als beispielsweise jene der ÄrztInnen.

Wünschen KlientInnen/PatientInnen ausdrücklich eine Datenweitergabe an z.B. Versicherungen, ist eine wirksame Entbindung von der Verschwiegenheitspflicht unerlässlich.

Über die konkrete Handhabung im Anlassfall informieren wir Sie gerne im ÖBVP-Büro.

Aussagepflicht

Grundsätzlich stellt die psychotherapeutische Verschwiegenheitspflicht einen Aussageverweigerungsgrund gemäß § 321 ZPO (Zivilprozessordnung) dar. Dieser muss von den PsychotherapeutInnen selbst geltend gemacht werden.

Entbinden jedoch KlientInnen/PatientInnen ihre PsychotherapeutInnen von der Verschwiegenheitspflicht (am besten schriftlich und eigenhändig unterfertigt), müssen auch PsychotherapeutInnen eine Aussage vor dem Zivilgericht machen.
Ausführlichere Informationen bietet ein Informationsschreiben des BMG:
Psychotherapeutische Verschwiegenheitspflicht bei Zeugenaussage vor Gericht (PDF)

Änderungen zum Psychotherapiegesetz

Durch das Inkrafttreten des EU-Patientenmobilitätsgesetzes (EU-PMG) am 25.04.2014, finden sich im Psychotherapiegesetz nun auch Bestimmungen zur Dokumentationspflicht und Berufshaftpflichtversicherung.

Zum BGBl. I Nr.32/2014

Zum Psychotherapiegesetz

DVR Meldepflicht

PsychotherapeutInnen in freier Praxis sind mit dem Inkrafttreten der Novelle zur Standard- und Musterverordnung 2004 (StMV 2004) per 19. September 2012 von der bisher bestehenden Meldepflicht beim DVR ausgenommen.

Weitere Informationen

Bundesministerium für Gesundheit (BMG)
Abteilung II/A/3
Rechtsangelegenheiten ÄrztInnen, Psychologie, Psychotherapie und Musiktherapie
Leitung: Hon.Prof.Dr. Michael Kierein
Radetzkystraße 2
1030 Wien
T +43.1.711 00.0
E ipp.office@bmg.gv.at
H www.bmg.gv.at