ÖBVP - Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie

Kassenvertrag

Die psychotherapeutische Versorgung erfolgt im niedergelassenen Bereich aktuell provisorisch über die Kostenzuschussregelung und die Sachleistungsvorsorge (kassenfinanzierte Psychotherapiestunden). Die kassenfinanzierte Psychotherapie ist aber kontingentiert bzw. je nach Bundesland an bestimmte Zuteilungskriterien gebunden.
Rund die Hälfte aller in Österreich stattfindenden Psychotherapien sind vorwiegend selbstfinanziert.

Die meisten Krankenkassen refundieren einen geringen Kostenzuschusses in der Höhe von € 21,80 pro Behandlung.

Nur einige haben die Zuschüsse bereits angehoben (Stand 1.1.2016):

  • Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter (BVA) - € 40,-
  • Sozialversicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau (VAEB) - € 28,-
  • Sozialversicherungsanstalt der Bauern (SVB) - € 50,-

Rahmenvertrag für Psychotherapie

Der ÖBVP verfolgt das Ziel eines bundesweit einheitlichen Rahmenvertrags zur kassenfinanzierten Psychotherapie, wie er im allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) für die Psychotherapie vorgesehen ist. Demnach wäre die psychotherapeutische Versorgung genauso wie die ärztliche Versorgung im niedergelassenen Bereich zu regeln.

PatientInnen sollten das Recht haben, zu einer VertragspsychotherapeutIn oder zu einer WahlpsychotherapeutIn ihrer Wahl zu gehen und jedenfalls 80% des Kassentarifs erstattet zu bekommen. Ein solcher "Gesamtvertrag" wäre laut Gesetz zwischen dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger (HVB) und dem ÖBVP als Vertragspartner abzuschließen.
Innerhalb des Rahmenvertrages kämen dann bundesländerspezifische Regelungen zur Anwendung.

Seit Inkrafttreten dieses Gesetzes im Jahr 1991 weigern sich die Kassen jedoch, dieses PatientInnen-Recht auf Psychotherapie umzusetzen. Das, obwohl im Jahr 1991 für die Umsetzung der neuen Psychotherapie-Bestimmungen sogar die Sozialversicherungsbeiträge erhöht wurden.

Zielsetzung des ÖBVP: Etablierung eines bundesweit einheitlichen gesamtvertragsähnlichen Versorgungskonzeptes für Psychotherapie.

Downloads

Best-Practice-Modell des ÖBVP 2011: Gesamtvertrag für Psychotherapie (PDF)

Stellungnahme des Psychotherapiebeirats zum inflationsbedingten Werteverlust des Kostenzuschusses zur psychotherapeutischen Behandlung seit 1992 (PDF)

Zur ungenügenden Versorgungssituation im Bereich der Psychotherapie aus rechtlicher Sicht (PDF)

Zusammenfassung der Expertise von Univ. Prof. Dr. Klaus Firlei, Universität Salzburg, Psychotherapie Forum 18 (1): S1-S33 (2010) erschienen, Originaltext kann beim SLP bestellt werden.

Antragsformulare

Antrag auf Kostenzuschuss Psychotherapie (MS Word)

Begleitinformation zum Antrag auf Kostenzuschuss (PDF)

Wissenswertes

ÖBVP-Stellungnahme zur Parlamentarischen Anfrage Nr. 2828/J betr. psychische Erkrankungen in Österreich 2014 (PDF)

ÖBVP-Stellungnahme zur Parlamentarischen Anfrage Nr. 1798/J betr. Situation von chronisch kranken Kindern und Jugendlichen in der Schule 2014 (PDF)

ÖBVP-Positionspapier zur Begutachtung von (kassenfinanzierter) Psychotherapie durch die Krankenkassen - Zum psychotherapiefachlichen und rechtlichen State of the Art 2013 (PDF)

Kalkulation einer niedergelassenene psychotherapeutischen Praxis 2010 (PDF)

Urteil des VfGH – Gleicher Behandlungszuschuss für ALLE PatientInnen (PDF)
19.04.2010
Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat entschieden, dass alle nach dem Psychotherapiegesetz ausgebildeten, berufsberechtigten PsychotherapeutInnen in gleicher Weise zur Krankenbehandlung berechtigt sind.
Der gestaffelte Zuschuss, wie ihn die Salzburger Gebietskrankenkasse (SGKK) eingeführt hat, wurde als rechtswidrig erachtet.
Lesen Sie die Pressetexte des ÖBVP (PDF) und des SLP (PDF).